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Interview mit Georg Schneider

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Hallo Herr Schneider, schön dass Sie sich Zeit für uns nehmen.
Was war denn der Grund dafür, Ihre Filialen sukzessive mit Klimaanlagen auszustatten?

Das war zum Einen das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter und unserer Gästen, aber auch dass die Ware schöner und natürlich frischer bleibt, wenn sie gekühlt ist. Wir arbeiten z.B. mit Kuvertüre und nicht mit Fettglasur und Kuvertüre ist eben wärmeempfindlich. Und natürlich müssen auch die Kühltheken nicht so viel arbeiten, wenn der Raum an sich schon kühler ist. Also: Gäste, Mitarbeiter, Ware –damit es alle besser haben.

Für welche Anlage haben Sie sich entschieden und warum?

Wir haben in den Filialen verschiedene Anlagen, je nach Größe. Das geht von Einzelgeräten bis hin zu, wie jetzt aktuell, großen Anlagen mit VFR-System. Wir haben uns immer für das technisch und räumlich beste Konzept entschieden. Die Klimaanlagen kosten Geld in der Anschaffung, aber später noch mehr im Betrieb. Wenn wir da also die Möglichkeit haben, zuerst mehr zu investieren, um später die Kosten geringer und die Effizienz höher halten können, dann ist das natürlich ein Thema. Wir backen viel mit Bio-Rohstoffen und arbeiten im ganzen Betrieb nur noch mit Öko-Strom, der aus regenerativen Energien kommt, aber das Beste ist natürlich, wenn man wenig verbraucht.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Kunden seitdem länger bleiben, wenn sie einen Kaffee trinken oder die Mittagspause bei Ihnen verbringen?

Die Leute fühlen sich einfach wohler, wenn es ein bisschen kühler ist. Wir haben viele Läden mit großen Schaufensterflächen und durch viel Sonneneinstrahlung einen starken Wärmeertrag im Verkaufsraum. Da bleibt man als Gast gerne etwas länger sitzen und auch die Verkäuferin ist bestimmt noch ein bisschen freundlicher, wenn sie nicht so gestresst ist, weil es ihr hinter der Theke zu heiß wird.

Ihr Unternehmen gibt es seit 90 Jahren. Damals wurde wahrscheinlich anders gebacken als heute. Wie viel Handwerk von damals steckt noch im Brot backen von heute?

Wieder mehr. Aber das Wissen und das Know-how hat sich verändert.

Inwiefern?

Wir haben in unserem Betrieb viele Stadien durchgemacht. Mein Urgroßvater hat 1919 angefangen mit Brot backen, da gab’s natürlich keine Hilfsmittel. In den großen Aufschwungjahren war dann alles neu, und modern, musste einfacher gehen. Den Bäckern wurde z.B. erklärt man muss keine Sauerteige mehr machen. Mein Vater hat dann in den 70er Jahren gesagt, das kann doch nicht sein. Seit 2000 Jahren wird gebacken und seit 30 Jahren heißt es plötzlich, wir haben zwei Jahrtausende lang alles falsch gemacht. Er ist dann wieder zurück zu den Wurzeln. Mit selbst angesetzen Sauerteigen, mit biologischen Getreiden. Welche damals gar nicht so einfach zu bekommen waren. Heute verbinden wir Natürliche Rohstoffe mit modernen Verfahren und neuesten Erkenntnissen. Wir kühlen die Teige für eine längere Reifezeit oder kochen Mehl vor dem Backen.

Hat sich denn der Geschmack der Leute im Laufe der Zeit geändert? Was war vor zehn Jahren der Renner –und worauf stehen die Kunden heute?

Es gibt schon Produkte, die immer beliebt sind. Wir haben ein Vollwertbrot, dessen Rezeptur sich seit 40 Jahren nicht verändert hat und das auch seit 40 Jahren von den immer gleichen Gästen gekauft wird. Aber die Geschmäcker sind vielfältiger geworden und wir haben ein deutlich breiteres Angebot als noch vor 40 Jahren. Heute ist es Pflicht, etwas mit viel Körnern, wenig oder gar keinen Körnern, etwas Dunkles, etwas Helles usw. im Angebot zu haben.

Wie sieht ein normaler Tag im Berufsleben von Georg Schneider aus? Wie viel Mehl haben Sie noch selbst an den Händen?

Zu wenig (lacht). Im Alltag leider nicht mehr ganz so viel. Ich bin morgens schon in der Backstube und spreche mich mit unseren Bäckern und Konditoren ab, aber bin dann hauptsächlich in der Verwaltung tätig und kümmere mich um das, was alles so nebenbei läuft und zu erledigen ist. Aber wenn ich einmal in der Backstube stehe, ist das sehr schön. Meine Frau hat mal gesagt, die Tage, an denen ich selbst in der Backstube war und Teig an den Händen hatte, sind immer die Tage, an denen ich mit bester Laune heimkomme.

Herr Schneider, herzlichen Dank für das Gespräch!

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